Als sich endlich das Schultor hinter mir schließt, bin ich so kraftlos, dass ich das ungute Gefühl habe, bereits unter der Last meiner Handtasche zusammenzubrechen. Also schenke ich mir den allabendlichen Discounter-Großeinkauf und schleppe mich zur nächsten Haltestelle. Im überfüllten Bus herrscht so ein mieses Lüftchen, dass ich schon befürchte, ohnmächtig zu werden. Doch eingepfercht, wie eine hilflose Ölsardine, gestaltet sich selbst eine adäquate Ohnmacht schwierig. Einfach kein Platz!
Und zusätzlich muss ich mich an jeder noch so kleinen Haltestelle von ein- und aussteigenden Fahrgästen hin-
und herschubsen lassen. Verständlicherweise kann ich meinem unwürdigen, jämmerlichen, autolosen Dasein nichts, rein gar nichts, abgewinnen.
Als mir dann auch noch zu allem Übel irgendeine Schnarchnase mit Schmackes auf die Füße tritt, werde ich zur wilden Bestie. Fuchsteufelswild hole ich mit meinem rechten Ellbogen zum vernichtenden Rundumschlag aus. Da kommt echt Freude auf…..aber HALLO!
Um ein größeres Blutbad zu verhindern, steige ich vorsichtshalber an der nächsten Haltestelle aus und bestelle mir – Handy sei Dank – ein Taxi, das mich in Nullkommanix nach Hause verfrachtet. Nachdem ich mich mit letzter Kraft die vier fahrstuhlfreien Etagen hochgequält habe, lasse ich mich erschöpft auf mein mit Sehnsucht erwartetes Sofa fallen. HERRLICH! HERRLICH! HERRLICH!
Mehr als ein kleines Nickerchen ist allerdings nicht drin, denn ich muss ja noch meine Liebsten ( Plural)
bekochen, und…zwei Flaschen Prosecco für meinen Besuch (Singular) kaltstellen.