Mein derzeitiger Schulleiter ist ein Schatz. Kommentarlos hat er mir heute Morgen den Schlüssel für den Computerraum ausgehändigt, damit ich meine Freistunden sinnvoll nutzen kann. Echt nett! Ich habe mich überschwänglich bedankt, denn nicht jeder Schulpatriarch gestattet einer nicht vertrauten „Springerin“ diesen Heimvorteil.
Wäre ja auch noch schöner, wenn jede Dahergelaufene, die einem vom Schulverwaltungsamt aufs Auge gedrückt
wird, sich sofort allzu heimisch fühlt. Nee, das geht man gar nicht!
Aber mein hiesiger Boss bildet da eine rühmliche Ausnahme. Auf Anhieb hat er mich in sein großes, väterliches Herz geschlossen, und...in Folge dessen kann ich auch jede, wirklich jede Tür, an dieser schmucken Ganztagsgrundschule öffnen. HIPPHIPPHURRA!
Nutze die Gunst der Stunde Schule und sitze daher ganz
relaxt mit einem riesigen Becher Kaffee vor dem schulischen PC. Den gestrigen Abend lasse ich nur allzugern Revue passieren…..
Stephan, mein neuer Nachbar aus dem Erdgeschoss, stand pünktlich mit einer Literflasche Rotwein vor meiner
bescheidenen Tür. Ein Umtrunk auf gute Nachbarschaft war sein Anliegen, dem ich mich natürlich nicht entziehen konnte, und…wollte. Nicht bei diesem Prachtexemplar, dass mir die Götter vom Olymp
zugespielt hatten. Am meisten reizte mich seine dunkle Lockenpracht, die ihm etwas Wildes, Abenteuerliches und nicht Beherrschbares verlieh. Genau das Richtige für eine bindungsunwillige
Singlefrau, die sich die lange Novembernacht ein wenig vertreiben möchte – ohne Kerzengedöne!
Dagegen kam mir das schummrige, flackernde Flurlicht wie gerufen, denn...es sorgte für eine knisternde, erotische Hinterhofatmosphäre, der ich mich voll und ganz hingab. Trotz leichter Bekleidung wurde mir warm…wärmer…am wärmsten.
Der einzige Wehmutstropfen, der in mein Bewusstsein träufelte, ist des Schönlings nicht nachvollziehbare LIEBE für exotische Monsterspinnen, aber…da keine auf seiner Schulter hockte, ließ ich Adonis mit seinem himmlischen Göttertrank hinein.