Die ausgebrochene Vogelspinne ist zu meinem tiefsten Entsetzen immer noch nicht gefasst. Traurig,
schaurig, aber…. wahr. Dagegen kommt Stephan über den schweren Verlust gar nicht hinweg. Er leidet, kann sich kaum noch auf sein Medizin-Studium konzentrieren, und… starrt ununterbrochen auf das
verwaiste Terrarium.
Seine Augen bekommen einen ganz feuchten Glanz, als er mir in den höchsten Tönen von seiner heißgeliebten Thekla vorschwärmt. Ich muss mir dabei immer wieder vor Augen führen, dass ihm keinesfalls ein gleichnamiges Prachtweib abhanden gekommen ist, sondern…nur eine megagroße Vogelspinne, die zufällig Thekla heißt, und...acht lange, stark behaarte Beine hat.
Naja, wo die LIEBE hinfällt!
Allein wenn ich daran denke, dass sie, seine große Liebe, in direkter Nachbarschaft zu mir haust, rieseln mir nonstop eiskalte Schauer über den Rücken. Hoffe daher inbrünstig, dass Thekla schon über alle Dörfer ist, oder…von einem ausgehungerten Pitbull, wahlweise Rottweiler, restlos verschlungen wurde. Selbstverständlich verklickere ich das nicht meinem verstörten Nachbar. Den tröste ich aufopferungsvoll, und…drücke ihm gleichzeitig meine 5 prallen Abfalltüten in die Hand. Warum....? Noch nie etwas von adäquater Beschäftigungstheorie gehört?
Außerdem erspare ich mir auf diese Weise den Gang durch den dunklen Keller, wo es von Spinnen nur so wimmelt. Würde mich gar nicht wundern, wenn auch Thekla dort zu finden ist, aber…garantiert nicht von MIR!