Der VfL Wolfsburg ist zum ersten Mal Deutscher Meister. Wenigstens einer, der sich freuen kann.
Die Fratze, die mich gegen 12.20 Uhr im Spiegel überraschend anstarrt, hatte verdammt wenig Ähnlichkeit mit mir. Echt abturnend!!
Eigentlich könnte mein Körper nachts auf Hochtouren arbeiten und sich und seine Haut
regenerieren.
Aber er tut es nicht, weil ich meinen Hintern mal wieder nicht rechtzeitig ins Bett bekommen
habe.
Also wird gestreikt, und… ich muss mit der Fremden im Spiegel vorlieb nehmen.
Nachdem ich mir Unmengen von Wasser ins Gesicht geklatscht habe, kann ich mich immer noch nicht mit der hässlichen Frau im Spiegel anfreunden. Folglich muss ich in den sauren Apfel beißen und auf nüchternen Magen (Restalkohol zählt nicht!) ein ausgiebiges Sanierungsprogramm starten.
Um den über Nacht angesammelten Schweiß und die unzähligen Bakterien abzuwaschen, die sich auf meinem Gesicht
manifestiert haben (Insidertipp von einer Kosmetikerin!), reinige ich das, was dereinst wieder mein strahlend-schönes Gesicht werden soll, mit einem Gesichtswasser, das frei von allen
störenden Inhaltsstoffen ist.
Mangels Wattebäuschchen muss ich mich allerdings mit dem dreilagigen Klopapier
arrangieren.
Nach der optimalen Reinigung meiner Poren habe ich nicht nur ein reines Gewissen, sondern auch freie Hand, was für eine Pflegeserie ich mir ins Gesicht klatschen möchte.
Da ich aus der Küche das vertraute, röhrende Knack-Geräusch meiner Kaffeemaschine vernehme, weiß ich, dass der Kaffee durch ist, und... lege einen Zahn zu.
Hurtig ergreife ich einen kleinen Spachtel und lange äußerst großzügig in den von mir bevorzugten Schoko-Creme-Tiegel. Riecht vorzüglich die Pampe! Kleistere mein Gesicht so gut zu, dass mein Auge nicht mehr das kleinste Knitter-Fältchen erspäht. Sehe zwar immer noch scheiße aus, aber immerhin... faltenfrei scheiße.
Schütte mir einen riesigen Becher Kaffee ein und verziehe mich mit meinen Kippen auf die
Dachterrasse.
Die Katze von Joy Fielding wartet schon ungeduldig auf mich.
Wer hat der Protagonistin die bedrohliche E-Mail gesandt, und...wann geht es endlich richtig zur
Sache?
Da ich erst auf Seite 103 bin, hält sich die Äktschen noch schwer in Grenzen.
Egal! Die Sonne strahlt mir freundlich vom Himmel entgegen und ich verfrachte mich auf die Hollywoodschaukel. Dankbar verteile ich meine müden und morschen Knochen auf der wippenden Liege.
Bin echt froh, dass mir über den Dächern von Essen kein menschliches Wesen begegnen kann…meine Tageslichttauglichkeit lässt doch noch sehr zu wünschen übrig!
Glücklicherweise ist es den Tauben auf den Dächern kackegal, wie ich aussehe….